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1. März 2014
berlinermopoo

Für den Verkauf in Szene setzen

Neu: Spezialisten verschönern nicht nur alte Immobilien

Lässt sich eine Immobilie schwer verkaufen, dann liegt das oft daran, wie sie präsentiert wird: Die Garderobe quillt über und macht den Flur eng. Das Bad ist schlecht beleuchtet, die Küchenmöbel sind veraltet. Oder eine exzentrische Wandfarbe gibt dem Raum eine unwohnliche Wirkung. Home-Stager helfen, Immobilien für den Verkauf zu inszenieren. Auch in Deutschland bieten viele Dienstleister ihre Hilfe an."
Der Schlüssel zum Verkauf einer Immobilie ist der erste Eindruck", sagt Thomas Zabel vom Immobilienverband Deutschland (IVD) in Berlin. Eine Wohnung oder ein Haus lässt sich schnell und zu einem hohen Preis vermarkten, wenn der erste Eindruck möglichst viele potenzielle Käufer überzeugt. Genau darauf zielt Home-Staging ab.
"Unsere Arbeit fängt schon außerhalb der Wohnräume an", sagt Madeleine von Beckrath, Gründerin einer Home-Staging-Agentur in Hamburg. Ein geleerter Briefkasten und eine funktionierende Außenbeleuchtung, ein gepflegter Garten und ein sauberes Treppenhaus laden zur Besichtigung ein. In den Wohnräumen geht es nicht nur um Sauberkeit und Ordnung. Hier werden gezielt die Vorzüge des Objektes betont. "Die Maßnahmen richten sich immer ganz spezifisch nach der Immobilie", sagt Ulrike Krasemann von der Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign (DGHR) in Hannover. Mal muss ein Teppichboden mit Flecken raus, mal werden Gebrauchsspuren an der Wand überstrichen.
Im Bad bleiben zwar die Sanitärobjekte an Ort und Stelle, aber die Profis tauschen schon mal einen Spiegel, die Ablage darunter oder die Leuchten und immer auch den Toilettendeckel aus. Oft greifen Home-Stager auch zum Pinsel, weil die Farben zu extravagant sind, oder das Gesamtbild nicht gut ist. "Ganz wichtig ist ein einheitliches Farbkonzept in der ganzen Wohnung", erklärt Krasemann.

Einsatz von Mietmöbeln
"Eine neutrale Farbe – helle Erdtöne oder auch Weiß – sind die Basis, dann werden punktuell kräftigere Akzente gesetzt." Auch die Einrichtung sollte neutral sein. "Möbel sind wichtig, damit die Kaufinteressenten direkt ein Gefühl von Wohnlichkeit bekommen. Aber sie dürfen nicht im Vordergrund stehen", sagt von Beckrath. Ist eine Wohnung oder ein Haus leer, wird passendes Mobiliar für kurze Zeit gemietet.
Wie viel eine solche Inszenierung einer Immobilie für den Verkauf kostet, richtet sich nach ihrem Zustand sowie dem Anspruch und Geldbeutel des Verkäufers. Viele Home-Stager bieten gestufte Pauschalpreise an, zum Beispiel für Bestandsaufnahme, Beratung und Auflistung notwendiger Maßnahmen oder für eine Tages-Kur. "Ein Sorglos-Paket kostet ein bis zwei Prozent des erwarteten Verkaufspreises", sagt Krasemann. "Dabei gehen wir immer von dem Preis aus, der uns genannt wird."
Der Verkäufer sollte also einen möglichst realistischen Verkaufspreis und keine Wunschvorstellung nennen. "Wir können den Wert einer Immobilie nicht steigern, aber wir können dazu beitragen, dass dieser Wert beim Verkauf erzielt wird", sagt die Einrichtungsexpertin Krasemann.
Und die Gebäude können sich schneller verkaufen – Statistiken, die das belegen, gibt es aus den Ländern, wo das Auffrischen als Dienstleistung schon länger etabliert ist. Die von der Erfinderin des Home-Staging, der US-Amerikanerin Barbara Schwarz, und den von ihr akkreditierten Agenten verschönerten Häuser sind eigenen Angaben zufolge im Schnitt nur elf Tage auf dem Markt. Die durchschnittliche Verkaufszeit anderer Immobilien betrage 90 Tage. Außerdem werde bei so verschönerten Objekten ein 17 Prozent höherer Preis erzielt. Für Europa hat das schwedische Wirtschaftsmagazin "Dagens Industrie" ermittelt: Verkaufsoptimierte Immobilien werden doppelt so schnell und mit zu bis zu 15 Prozent höherem Erlös verkauft als andere.